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Die Verwertung des Vorteils – Das Prinzip der zwei Schwächen

Ich habe oft von Schachfreunden gehört, dass sie dann im Endspiel Probleme haben, wenn es um die Verwertung des Vorteils geht. Um es etwas leichter zu machen, dieses schwierige Stadium im Schachspiel zu verstehen, zeige ich heute eine nützliche und effektive Methode einen Vorteil zu verwerten: das Prinzip der zwei Schwächen.
Diese Regel beschrieb bereits der berühmte Großmeister A. Nimzowitsch: »Wenn wir an beiden Flügeln spielen, führt das Spiel gegen bloß eine Schwäche oft zu Schwächungen am anderen Flügel, so wird systematisch gegen zwei Schwächen gespielt.«
Das Problem für die Verteidigungsseite liegt oft darin, dass die Figuren passive Stellungen einnehmen müssen und natürlich ihre Mobilität verlieren – bei der Öffnung einer zweiten Front haben sie dann große Schwierigkeiten, auf beiden Flügeln zu spielen.
Der Beweglichkeitsmangel der Figuren führt irgendwann zu Materialverlust.
Die Ergebnisse der modernen Praxis haben dazu geführt, dass der Begriff der Schwäche etwas erweitert wurde: darunter fällt nicht unbedingt bloß ein schwacher Bauer, sondern durchaus auch ein strategischer (statischer) Nachteil, eine Bauernmehrheit an einem Flügel, ein »schlechter« König, ein starker Läufer gegen einen begrenzten Springer usw.
Anhand praktischer Beispiele zeigen wir, wie erfolgreiche Verwertung aussehen kann.

Rochlin VS Botwinnik
Uhlman VS Geller
Ruban VS Moskalenko
Votava VS Serebrjanik

Stellungsbeurteilung anhand von Steinitz‘ Theorie

In meinem Trainingskonzept steht die Theorie von Steinitz (Lektion Nr.1) im Mittelpunkt. Diese erklärt uns was statische und dynamische Elemente im Schach bedeuten und in welcher Beziehung sie zueinander stehen. Diese Kenntnisse helfen uns richtig mit kritischen Situationen umzugehen.
Es gibt hierbei viele Methoden – ich persönlich beschränke mich auf vier wichtige Punkte:

Vordringlichstes Ziel ist es, die dominierenden Stellungsfaktoren zu ermitteln und auf dieser Grundlage den korrekten Plan festzulegen.

1. Der Superfaktor: König (Lektion Nr. 13)

2. Wer dominiert im Zentrum? Nicht bloß physische Besetzung durch Bauern, sondern die reale Kontrolle. (Lektionen Nr.Nr. 6,7,18,19)

3. Statische Faktoren (Lektionen Nr.Nr. 1,2,3,4,5,6,9,10,11,12,14)

4. Dynamische Faktoren (Lektionen Nr.Nr. 15,17)

Wenn nach Prüfung der ersten beiden Punkte deutlich wird, dass relatives Gleichgewicht herrscht, wird der Vergleich zwischen statischen und dynamischen Faktoren die entschiedene Rolle spielen. Steht eine Partei statisch besser, sollte sie am bestem auf statischem Wege versuchen ihren Vorteil zu vergrößern – bei negativer statischer Bilanz sollte man zu dynamischen Mitteln greifen. Diese These möchte ich in der heutigen Lektion erläutern.

Wenn jemand tiefer in dieses Thema vordringen möchte, so empfehle ich das Buch von Großmeister Dorfman: „Die Schachmethode“. Er erweitert hier die Theorie von Steinitz und bietet eine eigene Methode der Stellungsbeurteilung, die sich etwas von der oben beschriebenen Vorgehensweise unterscheidet.
Zum Schluß noch eine wichtige Bemerkung: um ein besseres Urteilsvermögen über statische und dynamische Faktoren zu erlangen ist es natürlich notwendig, eine viel größere Anzahl an Beispielen zu betrachten. Wir haben die Absicht, bei Interesse unserer Leser die Lektionen auszuweiten und diese als Download (gegen Gebühren) oder in Buchform anzubieten.

Smyslow VS Rudakowski
Timman VS Petrosian
Kortschnoj VS Hulak
Botwinnik VS Smyslow

Bauernwalze im Endspiel

Wie viel Bauern ist eine Figur wert? Drei Bauern für Springer und Läufer ist eigentlich okay, ein Turm kostet fünf, die Dame 9 Bauern. Diese Weisheit erhält fast jeder Schachspieler bei seinem ersten Unterricht von seinem Trainer. Natürlich stimmt es, ist aber sehr vom Stellungstyp abhängig. In dieser Lektion werden wir über das Endspiel sprechen.
Im Endspiel gewinnen die Bauern an Bedeutung, insbesondere wenn Schwerfiguren vom Brett sind. Entscheidend wird dann, wie gut die Bauern postiert sind. Folgende Faktoren bezüglich der Bauern sind von Belang:

  • Wie weit Sie sind von der achten (ersten) Reihe entfernt?
  • Verbundene und unblockierte Freibauern sind die beste Kompensation für eine Figur.
  • Beim Vorrücken der Bauern muss man versuchen die gegnerische Blockade zu vermeiden.
  • Der Läufer kämpft besser gegen Freibauern als Springer.
Portisch VS Quinteros
Psachis VS Palatnik
Polgar VS Azmaiparashwili
Ortueta VS Sanz

Bauernwalze im Mittelspiel

Dies ist die Fortsetzung des vorigen Trainings, der Behandlung der Bauernwalze im
Endspiel.
Hier ist etwas komplizierter als im Endspiel, Kompensation für die geopferte Figur zu bekommen, weil auf dem Brett viel mehr Figuren vorhanden sind.

Wir werden nur solche Fälle betrachten, wo eine Figur für Zentralbauern geopfert wurde.
Die Bauernwalze ist normalerweise stark, wenn sie von eigenen Figuren gut unterstützt ist und die Blockade gut umgehen kann. Beim Vorrücken der Bauerwalze gewinnt man Raum für die eigenen Figuren und begrenzt die gegnerischen Kräfte.

Tip für den Angreifer: Wenn eine Blockadenstellung unvermeidbar ist, muss man dies durch andere Faktoren, wie z.B. Spiel gegen den König, kompensieren. Die Blockade bindet beim Verteidiger viele Ressourcen und die Figuren haben Schwierigkeiten bei der Umgruppierung.

Nun zum praktischen Teil.

Geller VS Eingorn
Haritonov VS Zeshkovskiy
Simagin VS Stein
Cebalo VS Berzins

Die Bedeutung der siebten (zweiten) Reihe

Auf die wichtige Bedeutung der siebten (zweiten) Reihe hat der bekannte Großmeister Nimzowitsch in seinem Buch „Mein System“ aufmerksam gemacht.

Das Eindringen auf die siebte Reihe passiert erst nach erfolgreicher Eroberung einer offenen Linie. Wieso ist die siebte Reihe so wichtig?

1) Materielle Gewinne
Meistens versuchen die Türme auf die siebte Reihe zu gelangen, wo sie reichlich Bauern verspeisen können. In der russischen Schachsprache gibt es sogar den Ausdruck „Fressreihe“, was auf die Jagd des eingedrungen Turmes auf die verbliebenen Bauern der siebten (zweiten) Reihe anspielt.

2) Mattangriff
Ein anderes wichtiges Moment bei der Ausnutzung der siebten Reihe ist der Angriff auf den auf der achten Reihe abgeschnittenen König. Der Turm auf der siebten Reihe versperrt dem König Fluchtwege. Wenn der Angreifer auch noch Unterstützung von anderen Figuren bekommt, überlebt der gegnerische König solche Angriffe meist nicht.

Nun zeigen wir anhand der folgenden Beispiele wie es funktioniert:

Capablanca VS Iljin Genevsky
Botwinnik VS Vidmar
Anand VS Azmaiparashvili
Bareev VS Lputian

Wann ist Damentausch vorteilhaft?

Soll ich die Damen tauschen?“ Jeder Schachspieler sieht sich mit dieser Frage irgendwann in seinen Partien konfrontiert.

1) Bei statischen Vorteilen ist es oft sinnvoll die Dame zu tauschen, weil normalerweise danach dynamische Möglichkeiten des Gegners (Gegenspiel) sinken. Nach dem Damenabtausch gewinnen statische Vorteile an Bedeutung.

2) Die (gegnerische) Dame spielt außerdem eine wichtige Rolle bei der Verteidigung, weshalb die verteidigungsbedürftigen Objekte nach dem Damentausch unter verstärkten Druck geraten können.

3) Auch ist der Damentausch oft dann günstig, wenn der eigene König vor einem gegnerischen Angriff oder einer eventuellen Gefahr geschützt werden muß.

Nun zeigen wir anhand folgender Beispiele wie es praktisch funktioniert:

Alapin VS Rubinstein
Smyslov VS Reshevsky

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